Sangiovese

Sangiovese ist eine vermutlich sehr alte Rebsorte. Sie neigt, wie Pinot Noir, stark zur Mutation. Deshalb gibt es eine Vielzahl von Klonvariationen, die, unter unterschiedlichen Namen angebaut, als Sangioveto, Brunello, Prugnolo gentile oder Morellino angebaut werden, alle aber sind sie Sangiovese in allerdings sehr unterschiedlicher Ausprägung und Qualität. Die Rebsortenfamilie ist über die Jahrhunderte so stark mutiert, dass es Jahrzehnte grosser Anstrengung bedurfte, um die besten Klone zu finden, zu analysieren und schliesslich zur Verfügung zu stellen, was erst in den letzten Jahren erfolgreich gelang. Der Charakter der Rebsorte und ihrer Weine hat sich also über die letzten Jahre ziemlich verändert, was auch nötig war, weil das Qualitätsspektrum zu breit und zu heterogen war, um auf dem internationalen Markt in Anbetracht der nicht zimperlichen Preise noch konkurrenzfähig sein zu können.

Gute Sangiovese-Trauben besitzen präsentes, stets etwas spröde wirkendes Gerbstoffgerüst mit appetitlicher Säure, die es durch reife Lese und niedrige Erträge in Zaum zu halten gilt; ihre Farbe ist nie sehr intensiv, weshalb sie so häufig mit Malbec, Petit Verdot, Syrah oder Cabernet Sauvignon verschnitten wird; Sangiovese reift spät aus und bringt deshalb in guten, warmen Jahren körperreichen, alkoholstarken und langlebigen Wein hervor.