Der SPort in kalifornien

Kalifornien ist sportlich unterwegs, die Natur lädt gerade dazu ein, aktiv zu sein. An der Pazifikküste sind natürlich die Surfer und die Windsurfer unterwegs. Das Surfen haben die Hawaiianer erfunden, bei denen es zu einem religiösen Ritual gehört. Das Windsurf-Brett wurde von Jim Drake in der Nähe New Yorks entwickelt. Beide Surfarten erfreuen sich grosser Beliebtheit und werden an der langen Pazifikküste Kaliforniens praktiziert. Beliebte Strände sind der Ocean Beach in San Francisco für Fortgeschrittene…, Der Rincon Beach in Santa Barbara, Surfryder Beach in Malibu, der Newport Beach, The Wedge, und der Corona Del Mar State Beach in Los Angeles. In San Diego ist der San Onofre Beach ein Surfer Paradies!

 

Im Weiteren erfreut das Biken, sei es auf den weitläufigen Strassen oder aber über Stock und Stein, grosser Beliebtheit. Auch ist in Kalifornien in jedem Quartier oder Dorf ein Basketball-Feld auszumachen.

Eine weitere Sportart, denen die Kalifornier frönen, ist das Golfen. Kein Wunder, verfügen sie über genügend Landreserven für weitläufige Golfanlagen und sind vom Klima her so begünstigt, dass sozusagen das ganze Jahr hindurch gespielt werden kann. Beinahe 1000 Golfplätze sind in Kalifornien registriert. Die berühmtesten sind entlang der Pazifikküste zu finden, gerade in der Umgebung von Monterey sind eine grosse Anzahl der schönsten Plätze zu finden. Mit Tiger Woods, der aus Cypress in der Nähe von Long Beach stammt, haben die Kalifornier zudem einen der besten Golfer aller Zeiten in ihren Reihen.

 

Betrachtet man den Spitzensport, so fällt einem auf, dass Kalifornien nebst den grossen wirtschaftlichen Erfolgen auch in sportlicher Hinsicht die Nase vorne hat.

Es ist so wie überall, der Spitzensport ist grösstenteils dort, wo auch das grosse Geld liegt.

 

Schaut man den Medaillenspiegel der Olympischen Spiele in Rio an, so wird einem bewusst, wie stark die US Athleten sind. Während die meisten Nationen, so zum Beispiel die Engländer von ihren Bahnradfahrern und die Kenianer von Ihren Weltklasse Mittel- und Langstrecken-Läufer mit Medaillen überhäuft werden, können die Amerikaner scheinbar alles. Aber warum? Woher kommt diese Überlegenheit und dies auch in Disziplinen, in denen nicht das grosse Geld zu machen ist?

Klar, die USA sind ein riesiges und wohlhabendes Land mit ausgeprägter Sportkultur. Und natürlich schwebt über sportlichen Erfolgen auf diesem Niveau auch immer die dunkle Wolke des Dopingverdachts, von dem der amerikanische Leistungssport garantiert nicht freizusprechen ist. Siehe Marion Jones, siehe Lance Armstrong.

 

Einen sehr grossen Anteil an den Erfolgen der US Athleten auf internationalem Parkett haben die Universitäten und die Colleges. Die grossen Colleges verfügen über breite Scouting-Netzwerke, die talentierte Kinder und Jugendliche an den Grundschulen frühzeitig erkennen, registrieren und für sich zu gewinnen suchen – entsprechend ambitioniert wird auch dort schon Sport getrieben. So ist es normal, dass das Schul-Footballteam während der Saison täglich nach dem Unterricht trainiert. Fünf Tage die Woche, genau wie das Tennis-Team, die Leichtathleten oder die Schwimmer. Sport auf Wettkampfebene gehört ganz selbstverständlich zum Schulalltag. Während es in der Schweiz an den Kindern oder Eltern selbst liegt, sich einem Sport anzunähern und einem Verein beizutreten, wird man in den USA quasi hineinsozialisiert. Nach dem College können die ambitionierten und vielversprechendsten jungen Sportler in eine Universität übertreten. Hier gibt es für die jungen Sportler viele Möglichkeiten. Das wohl wichtigste an einem College oder an einer Universität ist, das eigene American Football oder Basketball Team.

 

 

College-Football ist in den USA ein Milliardengeschäft, die grossen Unis haben teilweise Stadien mit mehr als 50'000 Sitzplätzen. Den gewaltigen Einnahmen aus TV-Geldern, Ticketerlösen und Merchandise stehen verhältnismässig geringe Ausgaben gegenüber: Die Athleten gelten als Amateure und bekommen offiziell zwar Stipendien, aber kein eigentliches Gehalt. Ein bedeutender Teil des Geldes, das die Hochschulen mit Football oder auch Basketball einnehmen, fliesst in die Förderung der restlichen Sportarten. Dank dieser Querfinanzierung können auch talentierte Schwimmer, Ringkämpfer oder Leichtathleten Stipendien bekommen und unter hochprofessionellen Strukturen trainieren.

 

Wie erfolgreich diese Art von Sportförderung in Kalifornien ist, zeigten die vergangenen Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Die USA gewannen insgesamt 121 Medaillen,

davon 46 goldene, 37 silberne und 38 bronzene. 

Allein die Sportler der verschiedenen Universitäten Kaliforniens steuerten zu diesem Grosserfolg 41 Goldmedaillen, 17 Silber- und 20 Bronzemedaillen bei!

Die anderen 43 Medaillen eroberten sich Sportler von den Universitäten aus Texas, Florida, Indiana, Michigan, Georgia und Pennsylvania. Dies zeigt, wie gut eine gezielte Förderung 

funktionieren kann.

 

Und nun geht es an das Eingemachte, jetzt geht es zum sportlichen Big Business in Kalifornien.

In der NHL, der besten Hockeyliga der Welt, sind mit den Los Angeles Kings, den Anaheim Mighty Ducks und den San Jose Sharks gleich drei Clubs in der höchsten Spielklasse vertreten. Eishockey bei 35 Grad im Schatten? Aber ja doch, in Kalifornien funktioniert das, und wie!

In der letzten Saison haben zum ersten Mal die San José Sharks im Stanley Cup Finale gestanden. Eine absolute Top-Leistung, auch wenn der Final gegen die Pittsburgh Penguins verloren ging. Die Los Angeles Kings haben hingegen den Stanley Cup schon zweimal 2012 und 2014 gewinnen können. Ebenso waren die Anaheim Ducks im 2007 erfolgreich. Die Arenas haben ein Fassungsvermögen von über 18'000 Zuschauern und sind jeweils an den Heimspielen zu 97% besetzt. Die Ticketpreise variieren zwischen 50 bis 280$! Eine Saisonkarte für einen guten Platz ist ab 5000$ erhältlich. Für einen sehr guten ist mit dem doppelten Betrag und mehr zu rechnen. 

 

 

Der Baseball Sport ist bei un eine unbekannte Grösse. Nicht so in Kalifornien. Da geht diesbezüglich im wahrsten Sinne die Post ab. Mit 5 Mannschaften in der obersten Liga

Vertreten, ist Kalifornien geradezu ein Baseball-Epizentrum. 

Die grössten Rivalen dabei sind die San Francisco Giants und die Los Angeles Dodgers. 

Da eine unserer Lieblingswinzerinnen Dodgers Fan ist, sind wir es auch!

Neben den grossen Zwei sind noch die Angels of Anaheim aus Los Angeles, die San Diego Padres und die Oakland Athletics in der MLB vertreten. Die Stadien haben eine Kapazität von 35'000 bis 55'000 Personen. Die Ticketpreise sind je nach Match von 50 bis 300$. Es bestehen lange Wartelisten für die Saisonkarten. USA Meister, genannt World Series Champion, wurden die Athletics 9-mal, die Giant 8-mal und die Dodgers 6-mal. Auch die Padres aus San Diego waren bereits zweimal erfolgreich und die Angels konnten auch schon einen Titel gewinnen.

 

Der Basketball hat in Kalifornien einen grossen Stellenwert. Mit den Los Angeles Lakers, den Los Angelas Clippers, den Golden State Warriors aus Oakland und den Sacramento Kings spielen 4 Mannschaften in der NBA, der höchsten Spielklasse in den USA.

Damit stellt Kalifornien die meisten Teams der Liga und kann sich damit quasi als NBA-Bundesstaat bezeichnen. Das liegt auch daran, dass die Los Angeles Lakers mit 16 gewonnenen Meisterschaften die zweiterfolgreichste Mannschaft hinter den Boston Celtics sind und seit Jahrzehnten auch jedes Jahr um den Titel mitspielen. Die Mannschaft in gelb und lila ist weltweit eines der Aushängeschilder der Liga und auch der Stadt Los Angeles. Über die Jahre hatten die Lakers einige NBA-Superstars unter Vertrag wie beispielsweise Magic Johnson, Shaquille O’Neal oder Kobe Bryant. Die Tiketpreise sind in etwa identisch mit denen des Eishockeys und des Baseballs.

 

Der American Football ist in Kalifornien das Mass aller Dinge. In der NFL, der höchsten Spielklasse sind mit den San Diego Chargers, den Oakland Raiders und den San Francisco 49ers drei Manschaften vertreten. Obwohl diese Sportart in Europa nie Fuss fassen konnte, so ist aber ein steigendes Interesse hierzulande bemerkbar.

Es ist so oder so ein heftiger Sport, von der Rauheit des Spiels an und für sich, bis hin zu den Stadiongrössen von 50-82‘000 Plätzen und den Ticketpreisen von 80 bis 300$ für einen guten Platz. Die sehr guten Plätze gehen für noch mehr Dollars über den Ladentisch. 

Alle drei kalifornischen Mannschaften konnten den Titel, der bei der grössten Sportshow der Welt, dem Super Bowl ausgetragen wird, schon gewinnen. Allen voran die San Francisco 49ers um ihren legendären und wohl besten Quarterback der Zeitgeschichte: 

Joseph Clifford „Joe“ Montana.

 

Der Vergleich der vier amerikanischen Profiligen zeigt auf, dass die NHL Manschaften einen durchschnittlichen Wert von ungefähr 800 Millionen haben. Der durchschnittliche Wert der NBA-Teams (Basketball) beträgt jedoch schon 1,3 Milliarden Dollar, jener der Baseball-Teams 1,4 Milliarden Dollar und jener der Football-Teams sogar weit über 2 Milliarden Dollar. Die Dallas Cowboys (Football) haben Real Madrid mit einem geschätzten Marktwert von über vier Milliarden Dollar als wertvollste Sportorganisation abgelöst.

 

Es scheint fast so, dass die Kalifornier nicht nur mit Wasser kochen, jedenfalls sind die Milliarden von Dollars, die in den Sport hineinfliessen, eine willkommener zusätzliche Einnahme für die vielen ambitionierten Sportler.