Die Nationalparks

Wenn wir heute über den wunderschönen Westen der USA lesen oder hören, ist es meistens mit Kalifornien verbunden. Kein anderer Staat der Vereinigten Staaten von Amerika erlangte einen derart populären Status - und das in vielerlei Hinsicht - wie unser geliebtes Kalifornien.

 

Dazu gehört mit Sicherheit auch die einzigartige und äusserst vielfältige Natur des Golden States deren Grösse und Vielfältigkeit am besten mit majestätisch umschrieben werden kann. 

Wir fragen uns manchmal, wie es wohl den ersten Siedlern ergangen sein muss, wenn sie zum Beispiel das Death Valley in seiner ganzen Grösse erblickten, oder einen der gewaltigen Bäume in den Sierras. Das muss denen wohl ziemlich in die Knochen gefahren sein!

 

Weitsichtige Bürger dieses damals noch jungen States warnten aber zeitig und überlegt vor der Übernutzung der Natur und auch vor der Zerstörung von einzigartigen Landschaften mit ihrer einmaligen Flora und Fauna.

Man erkannte früh, dass man nebst den Ballungszentren, die zu dieser Zeit noch relativ kleinen Ausmasses waren, auch Gebiete einplanen und festlegen musste, wo die Natur möglichst ihren unberührten und vom Menschen unbeeinflussten Lauf nehmen konnte. 

 

Bereits 1864 wurde der Yosemite National Park auf den Grundlagen des kalifornischen 

Rechts geschaffen (ganze 50 Jahre früher als der Schweizer Nationalpark). Weitere Parks folgten und so sind heute Millionen von begeisterten Park-Besuchern dankbar für die einstigen klugen und weisen Anstrengungen, die zum Schutz der Landschaften und der Natur führten.

Nebst den unten kurz erörterten grossen Parks gibt es noch hunderte kleinere Parks die

die Besucher zum Verweilen und Geniessen nutzen.

 

 

Yosemite National Park

Der Park, der ca. 300 km östlich von San Francisco liegt, ist berühmt für seine hohen Wasserfälle und seine massiven Felswände aus Granit. Er wurde bereits 1864 geschaffen und am 1. Oktober 1890 offiziell gegründet. 1984 wurde der Yosemite National Park ins Weltnaturerbe der UNESCO aufgenommen und lockt alljährlich rund vier Millionen Besucher an – und das aus gutem Grund. Mit einer Fläche von 2.849 km² ist der Park grösser als der Kanton Tessin und bietet unvergessliche Naturwunder, von den steilen Wänden des Yosemite Valley bis zur alpinen Schönheit der Tuolumne Meadows.

 

Der Redwood Nationalpark

Der Park liegt im Norden Kaliforniens bis hin zur Grenze von Oregon. Mit einer Grösse von ca. 550 km², das in etwa der Grösse des Kantons Baselland entspricht, zählt dieser Park eher zu den kleineren Schutzgebieten. Hier stehen die höchsten Bäume der Welt. Die grössten sind dabei über 110 Meter hoch. 

 

Im Gegensatz zu den meisten anderen Nationalparks der Vereinigten Staaten wurde der Redwood-Nationalpark nicht zum Schutz einer geologischen Formation oder eines anderen ortsfesten Objektes geschaffen. Er verdankt seine Einrichtung der Geschichte der Landnutzung in Nordkalifornien, nachdem die ehemals flächendeckenden Wälder der Küstenmammutbäume fast völlig abgeholzt worden waren und der ursprüngliche gemässigte Regenwald nur noch in den abgelegensten Teilen des Bundesstaates zu finden waren. Das Holz der Redwood Bäume wurde für den Schiffs-, Eisenbahnschwellen- und Häuserbau genutzt.

 

Joshua Tree National Park

Der Park liegt östlich von Palm Springs, wurde 1936 gegründet und ist mit einer Fläche von 3196 km² so gross wie der Kanton Waadt.

Felsblöcke und ‑pfeiler, zerklüftete Berge, Ruinen von Goldminen und Wüstenebenen, die von eigenartigen Bäumen durchsetzt sind – dies ist schon ein merkwürdiger Ort. Der Joshua Tree National Park, den die Einheimischen auch kurz “J‑Tree” nennen, liegt an einer ökologischen Grenze, wo die hochliegende Mojave-Wüste auf die niedriger liegende Colorado-Wüste trifft. Das Ergebnis ist eine erstaunliche Wüstenflora, zu der natürlich auch der Namensgeber des Parks gehört: der Joshuabaum, eine Palmlilienart, die über 1000 Jahre alt werden kann. Die Naturschönheit des J‑Tree ist rund um die Uhr zu bestaunen, auch wenn herrliche Sonnenuntergänge längst in Nächte übergegangen sind, in denen unzählige Sterne am Firmament funkeln.

 

Death Valley National Park

 

Der grösste Nationalpark Kaliforniens ist das Death Valley, das „Tal des Todes“.  

Ein nahezu unergründlicher Ort. Auf seiner Gesamtfläche von über 13.300 km², was in etwa 1/3 der Schweiz entspricht, umfasst der Park berghohe Sanddünen, Salzebenen weit unterhalb des Meeresspiegels, dürre Steppen und farbenfrohe Sandsteinschluchten. Extreme sind hier die Norm: Das Death Valley ist der heisseste und trockenste Ort in Amerika – mit sommerlichen Höchsttemperaturen um die 50°C und einer durchschnittlichen jährlichen Niederschlagsmenge von nur 5 cm. Extrem sind aber auch die Höhenunterschiede innerhalb des Parks: Das Badwater-Becken, der tiefste Punkt, liegt 86 Meter unter dem Meeresspiegel, während der Telescope Peak eine Gipfelhöhe von 3.368 Metern erreicht. 

 

Sequoia und Kings Canyon National Park

 

Der Park wurde bereits 1890 gegründet, auch wenn dieses Nationalpark-Duo mit einer Fläche von über 3500 km², das ist eine Fläche zweimal so gross wie der Kanton Zürich, weniger berühmt ist als der rund 120 Kilometer weiter nördlich gelegene Yosemite, hat er mit seinen riesigen Mammutbäumen, hohen Bergen, tiefen Schluchten und rauschenden Flüssen jede Menge Sehenswertes zu bieten. Innerhalb der Parkgrenzen von Sequoia/Kings Canyon liegen der Mount Whitney, mit 4.417 Metern die höchste Erhebung innerhalb der 48 zusammenhängenden US-Bundesstaaten, sowie der Kings River Canyon, eine der tiefsten Schluchten Nordamerikas. Trotzdem kennt man die beiden Parks – ebenso wie das angrenzende Giant Sequoia National Monument und die Nationalforste der Umgebung – hauptsächlich wegen ihrer gewaltigen Mammutbäume. Dank des General-Sherman-Baums, des nach Rauminhalt grössten Lebewesens der Welt, und seiner gigantischen Nachbarn ist das Bestaunen grosser Bäume hier die beliebteste Freizeitbeschäftigung der Besucher. An der Basis hat der General-Sherman-Baum einen Umfang von über 31 Metern, und der Baum ragt 84 Meter hoch in den blauen Himmel der Sierra – und wächst immer noch: Jedes Jahr kommt die Holzmasse eines 18 Meter hohen Baumes hinzu.

 

Dies nur einige bekannte Beispiele dafür, dass der Staat Kalifornien seit jeher bemüht ist, seine einzigartige Natur zu pflegen und zu schützen. 

Man darf dabei nicht vergessen, dass Kalifornien zehnmal grösser ist als die Schweiz aber nur fünfmal so viele Einwohner hat. Die Hege und Pflege der enormen Flächen und Einrichtungen bedarf einiges an Kapital, das aufgrund des Steuersystems in den USA nicht immer leicht zu beschaffen ist.