Transport

Ein grosses Anliegen ist es uns, Sie über den Transport von Überseewein nach Europa präzise und wahrheitsgetreu zu informieren. Zuerst aber ein paar Zeilen, die zu Papier gebracht werden müssen.

Es kommt uns so vor, dass es eine Art «Anti Überseeweinlobby» gibt, die keine Möglichkeit auslässt, um den sooo umweltbelastenden Transportweg von Überseeweinen unisono und völlig zu Unrecht an den Pranger zu stellen. Gleichzeitig und meistens sogar im gleichen Textabschnitt wird aber auf die ausserordentliche Güte und das Vorhandensein von europäischen Weinen auf eine markante Art und Weise hingewiesen. Im gleichen Abschnitt! Ich bekomme Vögel – und keiner hinterfragt das Ganze, sondern plappert hübsch das Gelesene nach. Und dies nicht nur der Otto Normalverbraucher, Nachplapperi gibt es bis ganz nach Oben in den erlauchten Kreis der selbsternannten «ach so Weinkenner» und Sommeliers. Wer hat die denn ausgebildet?
Ich habe dazu nur eine Frage. Seit wann hängt denn die Güte eines Weines vom Transportweg vom Winzer zum Weinhändler ab?

Ein Standpunkt eines Menschen ist zu akzeptieren. Wenn dieser aber, wie in diesem Falle, auf Unwahrheiten aufgebaut ist, weiss ich beim besten Willen nicht, soll ich jetzt mit dem Menschen böse sein, der alles glaubt und nichts hinterfragt oder soll ich die Quelle dieser Falschinformationen in den Senkel stellen!  Weinjournalismus war noch nie demokratisch!

Man kann sich jetzt fragen, welche Beweggründe Leute aus der Weinbranche dazu bewegen,
Unwahrheiten zu verbreiten. Wenn wir vom Bestcase ausgehen, so ist ja anzunehmen,
dass sie es nicht besser wissen und demzufolge auch «Nachplapperi» sind.
Gehen wir jetzt aber vom Worstcase aus, so wird es echt schlimm. Die Beweggründe könnten die pure Angst sein, dass Übersee-Weine bei der Klientel besser ankommen oder dass andere ihr Butterbrot kleiner werden lassen könnten oder, dass sie sich nicht rechtzeitig um diesen Markt gekümmert haben oder vielleicht getrauen sie sich einfach nicht in diesen Markt hinein, weil sie meinen, ihr Englisch sei zu wenig gut oder vielleicht haben sie einfach nur Flugangst – ich weiss es beim besten Willen nicht. Wenn dies wirklich Beweggründe sein sollten, dann tun mir diese Menschen wirklich leid. Die pure und völlig unangebrachte Angst bewegt gewisse doch recht einflussreiche Weininstitutionen, immer und immer wieder die unökologischen Transportwege ins Feld zu führen und so gegen aussen eine plausible, wenn auch falsche und fadenscheinige, Ausrede zu haben, um auf eine militante Art und Weise Überseeweine ignorieren zu können und zu verdammen, allen voran die  kalifornischen Weine.

Muss man denn die Mitbewerber zuerst einmal scharf kritisieren und die Kunden mit der unwahren Transport-Verschwörungs-Theorie der kalifornischen Weine abspenstig machen, um seine eigene Stärke zu untermauern?

Es ist aber ihr vorsätzliches Tun und ihre nicht hinterfragte, eventuell auch so zurechtgelegte Meinung, die ins Feld geführt wird. Ihre gefasste Meinung ist dann ihr Standpunkt und diesen verteidigen sie ununterbrochen und vehement - und mir kommt dabei nur das Zitat von David Hilbert, einem Deutschen Mathematiker in den Sinn «Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit Radius null - und das nennen sie dann ihren Standpunkt!"

Und dann kommt diesbezüglich der Satz der Sätze « Mier händ do gnueg Eignigs».
Die Frage, die als erstes zu stellen ist, was wird mit «do» gemeint. Die Schweiz? Gerne weisen wir darauf hin, dass rund 60 % der hierzulande konsumierten Weine importiert werden. In Deutschland sind es 55 % ausländische Weine in Österreich ca. 33 %.

Ganz toll ist es auch, wenn meine Ohren den Satz zu hören bekommen «Mier bruchend nüüt vu dänne!" Ich bekomme dann immer Probleme mit der Reihenfolge. Soll ich dieser Person zuerst ihr Smartphone abnehmen oder die Jeans? Die Nikes bleiben auch umgehend an Ort und Stelle! Das Wireless wird auch abgeschaltet. So, jetzt wäre das erst einmal geregelt, dass sich diese Person ihrem Grundsatz getreu in der Weinresidenz bewegen kann, wir wollen ja, dass es unseren Gästen wohl ist.

Da ich ja ein lieber Mensch bin, stelle ich einfach nur einmal das Wifi ab! Umgehend wird gemotzt – und ich habe meinen kleinen schelmischen Auftritt!

Ich glorifiziere keineswegs alles was aus, in unserm Sprachschatz Amerika genannt, kommt.
Die Vereinigten Staaten von Amerika sind und bleiben ein Schmelztiegel gigantischen Ausmasses. Die Unterschiede von Gliedstaat zu Gliedstaat der USA sind grösser als die Unterschiede hierzulande von Kanton zu Kanton. Und das will etwas heissen!

Klar, auch wir hinterfragen in regelmässigen Abständen von 4 oder 8 Jahren die dortige Regierung. Aber den kalifornischen Weinbau hat es vor einer fragwürdigen Regierung gegeben und es wird diesen auch nach einer solchen Administrations Periode noch geben.

Wir möchten aber die vielen Annehmlichkeiten, die dem Erfindungsgeist und den Innovationen aus Übersee geschuldet sind, keinesfalls missen. Es wäre für das Leben hier in Europa kaum auszudenken und so Manches was heute selbstverständlich ist, wäre nicht vorhanden. Es ist ein Einfaches, andere vorausgehen zu lassen, dann zu kritisieren und dann zu kopieren.  
Anhand dieser eben erfolgten Ausführungen ist zu erkennen wie Eines das Andere ergibt und wie alles zusammenhängt. Eigentlich sind wir beim Transport von Weinen aus Kalifornien und deren Belastung für die Umwelt.

Eines Vorweg - und ich denke, hier liegt der Hund begraben oder wenigstens Teile davon, ist die weit verbreitete Meinung, dass die kalifornischen Weine per Flugfracht spediert werden.
Nur weil die peruanische oder malaysische Mango per Air Cargo für das ach so gesunde 12 Flocken Bio Frühstücksmüesli zu uns kommt, ist das nicht auch zwingend für den Wein obligat! Kein Weinhändler der Welt lässt seine Importe per Flieger transportieren. Das ist derart kostspielig und auch ökologisch völlig unsinnig. Ungefähr gleich unsinnig wie ein eintägiger Städtetrip noch Valencia!
Es kann einmal sein, dass die eine oder andere Musterflasche per Flugzeug reist – aber bis auf ganz wenige Ausnahmen wird per Seefracht spediert.

Ich hatte diesbezüglich einmal eine ganz besondere Begegnung. Ich muss und will die hier niederschreiben, um aufzuzeigen worum es wirklich geht.

Szene 1. In der Vinothek im Keller stellte ich einer 4er Gesellschaft die Weine vor, die es an diesem Abend glasweise zum Aperitif gab. Meistens sind dort Spanien, Österreich, die Schweiz und Kalifornien mit je einem Wein vertreten.  Als die Reihe an Kalifornien war erschallte ein quietschendes, «Wäääk, da klebt Kerosin an der Flasche» durch den ruhigen Keller. Ich erschrak und fühlte mich wie in einem Western Film «Django – da klebt Blut an deinen Händen...Im Film wird meistens nach einer solchen Aussage geschossen und einer fällt dann um...
Ich erklärte der Dame dann, wie die Kalifornier zu uns gelangen würden und dass es innerhalb Europas Umwelt belastendere Weinimporte geben würde, als Wein aus Kalifornien. Die Dame war völlig resistent gegenüber meinen wahrheitsgetreuen Äusserungen und Erklärungen.
Die 4 fanden dann aber trotzdem noch ein Glas Wein zum Aperitif, klar war aber ihren drei Mitgästen, dass Kalifornien wohl tabu ist.

Szene 2. Wir haben die leeren Teller der Fisch Vorspeise abgetragen, da meinte die Dame, dass der Zander in Ordnung gewesen sei, Sie bevorzuge aber lieber es Meerfischli «Wüssenzii es so es Thunfischli oder es Langüschteli, das isch denn halt scho no öppis anders!"

Aber klar doch werte Frau --«Wäääk», ganz im Stillen dachte ich mir meine Sache.
Weiss die Dame, dass diese inklusive der jeweiligen aufwändigen Verpackung per Air Cargo Express den Weg in die Schweiz finden?
«Maul sei still», das lernte ich schon vor Dekaden. Denken aber und das ist so genial dabei, denken kann und darf ich was ich will! Ich überlegte mir ein paar passende Sätze mit finalem Charakter.

Szene 3. Das Dessert war abgetragen und der Kaffee war serviert.  Triumphierend und schwungvoll zückte Frau «Wäääk» ein Fotoalbum aus ihrem mitgeführten Habersack, den sie anfänglich über ihre Stuhllehne gehängt hatte und wir vom Service beim Nachschenken und Servieren alle 10 Minuten wieder vom Boden aufhoben.
«Also», begann sie, es sei eine strenge Reise gewesen, jedenfalls nicht unbedingt Ferien in diesen Sinne hihihihi und die Business Klasse in den Fliegern ist nicht wirklich überall Business Klasse, hihihih. Also jeder und jedem sei diese Reise nicht zu empfehlen hihihihi! Schon das Packen der Reiseutensilien sei eine Herausforderung gewesen hihihih, wollte man doch auf alles möglich Vorkommende gerüstet sein und so viel Gepäck sei es dann auch nicht, obwohl sie ja ein Business Ticket hatte hihihihi.  
Ich räumte derweilen den Nebentisch ab, hübsch langsam, denn ich war echt gespannt, was da Frau «Wäääk» zu erzählen hatte. So erfuhr ich, dass sie nach Miami geflogen ist und dort auch genächtigt hat, um am nächsten Tag nach Mexikostadt zu fliegen. Von dort aus ging es dann weiter nach Guayaquil in Equador, wo ebenfalls ein Tag Reisepause eingelegt wurde, um am darauffolgenden Tag auf die Galapagos Inseln zu fliegen. Also dieser Flieger hihihihi, das war ja das Allerletzte und die Getränke seien lediglich aus einer mitgeführten Camping Kühlboxe angeboten worden, wusste Frau «Wäääk» zu berichten!

Auf der Insel angekommen, seien sie zum Hafen transferiert worden, wo sie die gebuchte Galapogos Kreuzfahrt Jacht besteigen konnten. Es sei eben eine besonders gepflegte und luxuriöse Jacht gewesen hihihihih, als Welcome Drink wurden Champagner und «Häppli»
gereicht.  Das Fotobuch wurde hin und her gereicht und «Wäääk» erklärte dies und das.
Ich beschäftigte mich emsig im Restaurant, um ja nichts zu verpassen. Das Servieren eines weiteren Espressos ermöglichte mir zudem, ein paar scheue Seitenblicke ins Fotobuch.  Keine Tiere oder Landschaften, wohl waren gerade die Seiten mit der schicken Jacht aufgeschlagen, anscheinend eines der Hauptinteressen von Frau «Wäääk» auf dieser Reise, dessen war ich mir sicher, da sie laufend davon berichtete.
Anstatt ein «nettes» Gespräch anzuzetteln, habe ich einmal hochgerechnet wie viel Treibstoff benötigt wurde, um Frau «Wäääk» auf die Galapagos und zurück zu befördern.

Im Bereich der Langstreckenflüge braucht ein Flugzeug so ca. 3,5 Liter pro 100 km, auf Mittelstrecken so um die 3,6 Liter und auf Kurzstrecken so um die 6 Liter pro 100 km.
Von Zürich nach Galapagos und zurück sind es im besten Falle 26'670 km, Warteschlaufen oder Abweichungen von der kürzesten Linie (Luftlinie) sind nicht berücksichtigt.
Das Resultat ergab, mit Einbezug der Business Klassen Flüge ganze 1985 Liter Treibstoff.
Oder in meiner Weinweltberechnung ganze 5 Weincontainer mit ca. 45'000 Flaschen Wein! Die Dame «Wäääk» reiste ja in Begleitung, was die meisten Menschen in ihren Ferien so handhaben, ich könnte es jetzt auch mal 2 rechnen, das können Sie, geschätzter Leser, jetzt selbst tun oder dies auch lassen.

Ja, Frau «Wäääk» irgendwo klebt da Kerosin aber nicht wie von Ihnen vermutet und kreischend ins Feld geführt an unseren Weinflaschen aus Kalifornien, sondern eher oberhalb ihres Sitzkissens! Bis wir die 45'000 Flaschen Kalifornier verkauft haben dauert es eine gewisse Zeit, die Frau «Wäääk» sicherlich nutzen wird, um den Südpol zu besuchen oder endlich einmal einen Maori in seinem Heimatland in Aktion zu sehen!

Ich habe sicherlich nichts gegen solch Reisen, ich habe aber etwas dagegen, wenn «Wäääks» völlig zu Unrecht und auch unwissend einen Weintransport aus Übersee anprangern und sie selbst mit ihrem Tun das x-fache, des Angeprangerten verursachen.
Ich nicht – der Andere auch!!

Kalifornien ist seit langem Vorreiter für Umweltschutz und erneuerbare Energien in den USA. So hat sich der Bundesstaat beispielsweise das ehrgeizige Ziel gesetzt, ab 2045 nur noch Ökostrom zu nutzen. 2015 gab die kalifornische Regierung zudem das Ziel aus, bis 2030 eine Minderung der Treibhausgase um 40 % gegenüber 1990 erreichen zu wollen. Bis 2050 sollen die Emissionen um 80 % niedriger liegen als im Vergleichsjahr.
Da der Verkehr den grössten Anteil an den Kohlendioxidemissionen hat, legt die lokale Regierung darauf einen besonderen Fokus. Personenverkehr sowie der Gütertransport sollen (nahezu) emissionsfrei werden. Die kalifornischen Häfen spielen dabei eine essentielle Rolle, weil sie knapp die Hälfte aller in die USA gehenden Container umschlagen. Durch eine Anordnung des kalifornischen Gouverneurs wurden die Häfen explizit zur Einhaltung der selbstgesteckten Umweltvorgaben verpflichtet.

 

Die Häfen von Los Angeles, Long Beach und Oakland haben schon vor der offiziellen Anordnung Initiativen gestartet, um ihre Luftemissionen zu reduzieren. So verabschiedeten die Häfen von Los Angeles und Long Beach im Jahr 2011 die «Zero Emissions Roadmap». Beide Häfen sind direkte Nachbarn in der San-Pedro-Bucht und gleichzeitig die meistfrequentierten Containerhäfen der USA. Bereits 2009 hatte der Hafen von Oakland, der drittwichtigste Hafen in Kalifornien, eine Initiative gestartet, die bis 2020 die Dieselemissionen um 85 % verringern soll. Alle Häfen werden von der Hafenbehörde der jeweiligen Stadt betrieben. Wirtschaftlich treten sie als Konkurrenten auf und wickeln hauptsächlich den Handel mit Asien ab. Um die hafenbedingten Emissionen zu reduzieren, haben sie nun ihre Kräfte gebündelt.

Konkret setzte der gemeinsame Vorstoss bei den verschiedenen Beteiligten am Hafenbetrieb an, insbesondere bei Lastwagen, Containerschiffen, Frachtterminals, Hafenbooten und Eisenbahnen. So erlaubten die Hafenbetreiber nur noch sauberen Lastwagen die Einfahrt und verbannten ältere Exemplare vom Hafengelände. Containerschiffe mussten ihre Geschwindigkeit im Hafen reduzieren und saubereren Kraftstoff und effizientere (Hilfs-) Motoren verwenden. Betreiber von Frachtterminals wurden verpflichtet, schrittweise ihre Geräte zu erneuern; Betreiber von Hafenbooten sollten ihre Motoren gegen effizientere Modelle austauschen. Die ältesten Triebwerke der eingesetzten Eisenbahnen wurden ebenfalls ausgetauscht. Um die Modernisierungen zu finanzieren, können die beteiligten privaten Unternehmen auf öffentliche Fördermittel zurückgreifen und werden dabei von den Häfen unterstützt.

Seit der Verabschiedung dieser Vorgaben konnten beispielsweise in den Häfen von Los Angeles und Long Beach die Emissionen von Schwefeloxiden um 97 %, von Dieselpartikeln um 87 %, von Stickoxiden um 56 % und von Treibhausgasen um 18 % reduziert werden. Damit wurden die obengenannten numerischen Zielwerte fast erreicht. Trotz dieser bedeutenden Fortschritte streben beide Häfen weitere Verbesserungen hin zu einem emissionsfreien Warenhandel an. Dies wurde im vergangenen Jahr im „Clean Air Action Plan 2019 Update“ festgehalten. Es enthält die bisher weitreichendsten Strategien und erfordert ein hohes Mass an Zusammenarbeit von der Transport- und Logistikbranche, den Regulierungsbehörden und anderer ¬Stakeholder. Aufgrund der bisher erreichten Verbesserungen bei den Treibhausgasen legt das Update hierauf seinen Fokus. In diesem Jahr verabschiedete zudem der Hafen von Oakland den „Seaport Air Quality 2020 and Beyond Plan“, der ebenfalls das ambitionierte Ziel des emissionsfreien Warenhandels bis 2050 enthält.

Die Kohlendioxidemissionen in den Häfen Los Angeles, Long Beach und Oakland ¬sollen u.a. durch folgende Massnahmen gesenkt werden:
•    Beschleunigte Ausmusterung älterer Lastwagen durch Einführung einer Lkw-Quote für emissionsfreie Modelle, so dass 2035 nur noch emissionsfreie Lastwagen um die und auf den Hafengeländen fahren sollen. Brennstoffzellen, Elektromotoren und Hybridantriebe sind hierfür die Schlüsseltechnologien. Die Häfen von Los Angeles und Long Beach gehen für diese Initiative von einem Investitionsvolumen von mehr als 10 Mrd US$ aus.
•    Vermeidung nahezu aller Emissionen von Containerschiffen, die am Liegeplatz ankern, bis 2030. Zusätzlich werden Anreize für Verbesserungen der Energieeffizienz durch den Einsatz saubererer Technologien geschaffen. Mit geschätzten 275 Mio US$ sind die Kosten für diese Initiative die geringsten.
•    Verpflichtung der Terminalbetreiber, bei der Beschaffung von neuem Equipment emissionsfreie oder nahezu emissionsfreie Geräte zu kaufen, wenn dies möglich ist. Ermöglichen soll das eine elektrisch betriebene Terminalinfrastruktur. Des Weiteren sollen der Leerlauf der Terminals reduziert und Standards für die elektrische Ladeinfrastruktur gesetzt werden. Die Investitionen dafür schätzen die Hafenbetreiber mit bis zu 5 Mrd US$ ein.
•    Fokussierung des Austauschs der Motoren der Hafenboote hin zu umweltfreundlicheren Modellen. Ausserdem werden hier die Betriebsabläufe überarbeitet, und es wird nach Möglichkeiten der Reduzierung von Wartezeiten gesucht. Dafür werden rund 500 Mio US$ veranschlagt.
•    Verlegung von mehr Gütern auf die Schiene sowie weitere Elektrifizierung der Eisenbahnantriebe. Das soll um die 1,0 Mrd US$ kosten.
Die erforderlichen Investitionen sollen wie bisher durch öffentliche Fördermittel sowie private Investitionen unterstützt werden.

Auf politischer Ebene sind die Umweltvorgaben Kaliforniens der aktuellen Administration in Washington ein Dorn im Auge. Emissionsnormen werden in den USA grundsätzlich von der Environmental ¬Protection Agency (EPA) auf Basis des nationalen Clean Air Acts überwacht.  Kalifornien in seiner Vorreiterrolle für Umweltschutz konnte seit 1970 auf Basis eines Waivers eigene Umweltvorgaben, die strikter sind als der nationale Standard, durchsetzen. Diesen Sommer hat die EPA signalisiert, dass sie keine Rechtfertigung mehr für diese Ausnahmeregelung sieht und Kalifornien das Recht entziehen möchte, striktere Umweltstandards einzufordern, als der nationale Standard es vorsieht. Da Umweltschutz in Kalifornien eine lange Tradition hat, wird sich der Bundesstaat seinen lang etablierten Sonderstatus aber nicht widerstandslos entziehen lassen.  Es bleibt daher spannend, wie sich dieser Konflikt entwickelt.

Unabhängig von der aktuellen politischen Diskussion sind die kalifornischen Häfen aber nach wie vor fest entschlossen, ihre begonnenen Initiativen zu „Zero Emission 2030“ fortzusetzen, und sehen sich hier als Vorbild für andere Häfen, nicht nur in den USA, sondern auch weltweit. Letztendlich versprechen sich die Häfen von ihrer Initiative Innovationen, die langfristig zu einer Effizienzsteigerung und Stärkung ihrer nachhaltigen Wettbewerbsposition beitragen.

Es ist klar ersichtlich, dass sehr vieles getan wird, um Seitens der Seehäfen die Emissionen drastisch zu verringern, um bereits vor der Abfahrt der Schiffe im wirklich «Grünen» Bereich zu sein.

Die Schiffe können nach offiziellen Angaben 14.770 20-Fuss Standartcontainer (TEU) laden, davon 1.000 Kühlcontainer. Die Reederei Maersk, von denen diese Angaben stammen, geben bei ihren Angaben zur Ladekapazität eines Containerschiffs stets von beladenen, 14 t schweren Containern aus. Andere Reedereien geben die maximale Anzahl Container Plätze an, die auf einem Schiff Platz haben.

Rund 400 Liter Schiffsdiesel werden benötigt, um einen 14 Tonnen schweren Container, was in etwa 9000 Flaschen Wein entspricht, von Oakland, Kalifornien, nach Basel zu transportieren. Dazu kommt noch der Treibstoffverbrauch vom Rheinhafen Basel nach Olsberg per Camion.
Wenn wir jetzt die gleiche Menge Weinflaschen innerhalb Europas transportieren, so benötigen wir vorzugsweise einen 40 Tönner, der je nach Fahrtstrecke so um die 40 Liter auf 100 km verbraucht.
Das heisst mit anderen Worten, 1000 km Landweg verbrauchen in etwa gleich viel Treibstoff wie 20'000 km Seeweg. Diese Angaben sind so genau wie nur möglich, sicherlich beeinflussen aber auch äussere Einflüsse wie Windverhältnisse, Witterungsbedingungen, Strassenzustand und Verkehrsaufkommen den jeweiligen Verbrauch. Nebst natürlich dem Zustand des Transportgerätes zu Wasser und zu Land. Darum ist es für uns wichtig, mit welcher Reederei wir transportieren.

Einige Distanzen innerhalb Europas nach Olsberg

  • Neusiedlersee 890 km
  • Ribera del Duero 1450 km
  • St. Emilion Bordeaux 960 km
  • Bari Süditalien 1200 km
  • Rioja 1300 km
  • Lissabon 2000 km

Es geht uns nicht darum, den Import von kalifornischen Weinen zu beschönigen, es geht uns lediglich darum aufzuzeigen, dass der Transport nicht belastender ist als so mancher Wein Import in die Schweiz von europäischen Gefilden aus. Vor allem aus den Regionen, aus denen Herr und Frau Schweizer gerne Wein geniessen.

Es werden im Strassenverkehr und im Schiffsverkehr aber enorme Anstrengungen unternommen, um die Emissionen generell zu reduzieren, und es wird zusätzlich auch emsig nach brauchbaren Alternativen geforscht. Ein Beispiel dazu ist der Frachtensegler, der von schwedischen Ingenieuren und Forscher entwickelt wurde.

Und noch eines zum Schluss … Käme es jemanden in den Sinn, über die Importe von Bananen herzuziehen oder über den Importweg der roten Peperoni in den Wintermonaten nachzudenken? Wohl kaum.