Der Weingeniesser

Weinkonsument lassen wir gerade noch so gelten, schlimmer wird es dann, wenn von den Endkonsumenten geschrieben wird - ja Herrgottstutz, gibt es denn einen Vorkonsumenten oder einen Dazwischenkonsumenten?


Wein ist Kultur und verbindet Menschen, wie dies kein anderes Naturprodukt vermag.

Noch nie gab es auf dieser Welt eine grössere Anzahl an herausragenden Weinen als jetzt zu dieser Zeit und noch nie gab es mehr Menschen, die guten Wein schätzen und auch deren Hintergründe kennen und verstehen wollen.


Die affinen Kunden sind wissensbegierig und informieren sich gerne und stetig.
Durch Besuche vor Ort, bei Degustationen mit Weinfreunden oder im Internet oder beim Lesen eines Fachjournales wird der Wissensdurst gelöscht Die Weinbücher, die es früher zu Hauf gegeben hat, sind leider am Verschwinden. Der Vorteil vom Buch ist aber, dass wenn man etwas darin gelesen hat, man ziemlich genau weiss, wo die Zeilen wieder zu finden sind, will man etwas nachschlagen. Im Tsunami der Informationen des W.W.W. ist das eher schwieriger, dafür ist es meistens aktueller.


Beschaulicher ist aber trotz allem ein Buch und sei es nur, um Erinnerungen aufzufrischen.
Trau - schau wem, dies muss man sich aber zu Herzen nehmen.

Im Laufe eines Lebens begegnen einem viele Weine, solche die einen berühren und solche, die man nicht so recht mag.  Mag man einen Wein nicht, ist dieser aber in den seltensten Fällen schlecht. Er entspricht einem einfach nicht oder man kennt einen Wein, der einem einfach besser mundet.


Klar, jeder hat da seine Vorlieben entwickelt, sei das nun auf einzelne Traubensorten oder eine Region oder ein Land bezogen. Teilweise geniesst man aber in einem sehr engen Raster, das man sich aus Überzeugung selbst auferlegt hat. Bedenkt aber, je enger das Korsett der Vorlieben geschnürt ist, umso weniger erweitert dies den Genusshorizont! Und das gilt nicht nur auf den Wein bezogen. Schade – eigentlich. To love wine you must have an open heart!

Zu Anfang der 80er Jahre im letzten Jahrhundert beschränkte sich der Weinkonsum vor allem auf heimische Gewächse und auf französische Provenienzen, meistens aus dem Burgund oder dem Bordeaux. Weine aus Italien wurde alsbald und markant stärker angeboten und vereinzelt waren auch spanische Weine zu finden. Die Kalifornier, in der Schweiz vor allem durch die Firma Martel in St. Gallen seit langem vertreten, nahmen ab 1985 grosse Fahrt auf. Rückblickend stellen wir fest, dass in dieser Zeit und so anhaltend bis 2003 eine geniale Zeit war für Neuentdeckungen. Auch war es in Punkto Kosten noch weit entfernt vom heutig üblichen.
Da die ganz grossen Weine dieser Welt bekannt sind und dementsprechend auch von den
einflussreichsten Weinjournalisten und Hochglanzmagazinen hofiert werden, werden diese Weine immer knapper und auch teurer.


Erstaunlich dabei ist aber, dass die meisten dieser Weine, wo auch immer dies auf der Welt sein mag, gekauft werden können, scheut man den Preis nicht.  

Wir haben hier in Europa und das vor allem in der kleinen Schweiz ein derart breites Sortiment an Weinen, die zu fairen Preisen angeboten werden, wie sonst nirgends auf der ganzen Welt.
Es gibt viele Weingeniesser rund um den Erdball, die darüber staunen und auch ein bisschen neidisch sind.

Der Weingeniesser ist zweifelsohne aber der Ernährer des ganzen Weinzyklus. Hier nur ein paar Sparten daraus. Rebbergarbeiter, Küfer, Förster, Waldarbeiter, Bergbau, Stahlwerk, Glashersteller, Korkeichenbauer, Weinmacher, Druckerei, Verpackungsindustrie, Maschinenbau, Winzer, Weinhändler, Transportwesen, Chemie und noch so viele mehr.
Ach ja, der Zöllner und die Eidgenössische Weinhandelskontrollkommission gehören natürlich auch dazu.


Darum: DANKE allen weinbegeisterten Kunden und Geniesser!