Der Pater, der den Weinbau nach Kalifornien brachte.
Als Miquel Josep Serra i Ferrer wurde der spätere Pater Junípero Serra am 24. November 1713 geboren.  Zu dieser Zeit bestand in seinem Geburtsort Petra in Spanien schon seit über hundert Jahren ein Franziskanerkloster, in dem auch Schulunterricht erteilt wurde. Im Alter von 16 Jahren trat der Bauernsohn Miquel Josep Serra bei den Franziskanern ein und nahm den Ordensnamen Junípero an.
„Bruder“ Junípero studierte an der Universität Lulliana in schloss als Theologe ab. Von 1744 bis 1749 war er in Palma als Prediger und Dozent an der Universität tätig. Danach wurde er als Mitglied einer Gruppe von Franziskanern ins Vizekönigreich Neuspanien entsandt. Zur Erinnerung, Neuspanien umfasste die Gebiete von Venezuela, ganz Mittelamerika, Mexico und die heutigen US Staaten Kalifornien, Arizona, New Mexico, Texas, Nevada, Colorado und Utah!


Fast 20 Jahre lang war Junípero damit beschäftigt, Heilige Schriften am Missionsstandort Mexico Stadt in verschiedene Indianersprachen zu übersetzen.


Im Jahre 1768 wurde er nach Niederkalifornien (Baja California), die fast 1000 km lange Halbinsel im Nordwesten Mexicos, geschickt, um die dortigen verschiedenen Missionsstandorte zu leiten. Die Missionen waren ursprünglich von Jesuiten gegründet worden. Dieser Orden wurde aber 1767 aus Neuspanien und später sogar auch aus ganz Spanien vertrieben, aus Verdacht, sie hätten sich an den Gütern der Krone vergriffen und sich unrechtsmässig bereichert.  Der Druck der Regierung in Spanien wurde aber immer grösser und man wurde angehalten, mit der genauen Erkundung und der gleichzeitigen Christianisierung der "Wilden" in Alta California (heutiges Kalifornien) endlich zu beginnen. Gaspar de Portolà meldete sich freiwillig als Expeditionsleiter und startete umgehend mit einer ersten genaueren Erkundungsfahrt, um die Expedition zur Besiedlung Alta Californias vorzubereiten. Im Januar 1769 war es dann soweit. Zwei Truppen zur See und zwei Truppen zu Land nahmen das Abenteuer in Angriff. Am 29. Juni landete Gaspar de Portolà auf seinem Schiff in der Bucht des heutigen San Diego. Zwei Tage später erreichte auch Pater Junípero Serra mit Gefolge, der mit Vieh und Mauleseln und einigen Gerätschaften den Landweg beschritten hatte den Landungsort von Comandante Portula. Ein Presidio wurde erbaut, um als Unterkunft und Ausgangspunkt für weitere Expeditionen zu dienen und natürlich auch eine kleine Mission wurde errichtet, von wo aus der Christliche Glauben verbreitet werden sollte.


Die Mission trug den Namen „Mission San Diego de Alcalà“.
Junípero hatte auch Reben in seinem Gepäck. Ein kleiner Rebberg wurde erstellt und die ersten Reben in Kalifornien wurden gepflanzt. Schon am 16. Juli des Jahres 1769 konnte Junípero die erste heilige Messe feiern. Wohl halt noch ohne Wein, dafür aber mit viel Sonnenschein! Die Erkundungsreisen wurden intensiviert und man erkundete das Land der Küste nach nordwärts. Weitere kleinere Missionen entstanden, die zu Beginn jeweils mit zwei Geistlichen und etwa 4 Soldaten bestückt waren. Die Standorte wurden so gewählt, dass diese jeweils einen Tagesritt voneinander entfernt lagen. Der Verbindungsweg zwischen den Missionen wurde «El Camino Real» genannt und entspricht in etwa dem heutigen Verlauf des Highway 101. Die Padres führten Senfsamen mit, die sie unterwegs streuten, um für die Nachfolgenden oder "Erstmalsbeschreiter" dieser Route, den Weg zu markieren.