Joel Gott

Was haben wir uns gewundert, als während eines Aufenthaltes in Kalifornien uns ein
enger Weinfreund ein Mail zusandte, in dem er uns fragte, ob wir denn die Weine von Joel Gott kennen würden.


Ja, klar wussten wir um diese Weine, da man diese im ganzen Napa Valley in den angesagten Weinshops und auch in den bekannten Lebensmittelgeschäften zu sehen bekommt. Nur probiert hatten wir diese Weine noch nie.


So haben wir damals dann einmal 2 verschiedene Weine von Joel Gott erstanden und probiert. Wir waren sehr angetan und nahmen umgehend mit dem Weingut Kontakt auf. Gar nicht so einfach! Die Idee vom Import dieser Weine wurde aber von uns auf die lange Bank geschoben und auf unbestimmte Zeit vertagt.


Kurz vor Weihnachten 2020 erreichte uns ein Mail, zwei Wochen später wurde ein Paket mit Musterflaschen nach Praden geliefert. Wir haben mit viel Zeit und Musse
degustiert und sind abermals mehr als nur begeistert!

Hier eine kurze Zusammenfassung des Werdegangs von Joel und Sarah Gott. Joel Gott und seine charmante Frau Sarah sind zwei äusserst umtriebige und sehr beschäftigte Menschen und so wie wir denken, kommt denen zwei jede Woche noch etwas Neues in den Sinn.


Sarah wuchs an der Pazifikküste nördlich von San Francisco auf, Joel im Napa Valley und in den Sierra Foothills, wo seine Eltern das Weingut «Montevina Winery» gründeten. Nach seinem Highschool-Abschluss arbeitete Joel zuerst für die Kenwood Winery in Sonoma County. Alsbald wechselte er zur Real Restaurant Group, die auf die Treuhand Geschäfte für Restaurants in der San Francisco Bay Region spezialisiert war. Mit diesem Rüstzeug wagte er 1993 den Schritt in die Selbständigkeit.

Joel und sein Bruder Duncan kratzten ihr Geld zusammen, um den Palisades Market in Calistoga am Nordende des Napa Valleys zu kaufen. Der kleine Markt wurde flugs in ein Einzelhandelsgeschäft mit Gourmetgerichten und edlen Weinen umgekrempelt. Die Leitung des Marktes vermittelte Joel auch einen tiefen kaufmännische Einblick in den Weinhandel, bei dem er erkannte, dass die Nachfrage für hochwertige, aber preiswerten Weine auf dem Markt gross ist.

Sarah die ja ganz in der Nähe der Weinregionen Nordkaliforniens aufwuchs, wurde bald vom Weinvirus heimgesucht, was sie dazu bewog, ein Studium in der Abteilung für Rebbau und Önologie an der Universität von Kalifornien in Davis in Angriff zu nehmen. Sarah promovierte 1993 in Gärungswissenschaften. Nach einem Aufenthalt in Australien kehrte Sarah nach Kalifornien zurück, wo sie eine Anstellung bei der Joseph Phelps Winery fand.

Joel kaufte 1996 einige Tonnen Amador County Zinfandel Trauben von einem befreundeten Traubenproduzenten. Er stellte den Wein mit der Hilfe seiner Freundin und Weinmacherin Sarah her. Der Zinfandel wurde von den Weinjournalisten und der Presse wohlwollend angenommen und bewertet. Dieser Erfolg ermöglichte es Joel, im Folgejahr weitere Weine aus verschiedenen Traubensorten zu produzieren. Sarah und Joel heirateten 1997.

Eine grosse Gelegenheit bot sich den Gebrüdern Gott, als ihnen der historische Burgerladen «Taylor's Refresher» in St. Helena zur Pacht angeboten wurde. Eigentlich wollten die Gebrüder nur den Parkplatz mieten für einen weiteren Gemüsestand. So wurde aus dem 1949 gegründeten «Taylor's Refresher» der «Gott's Roadside» Hier gibt es Burger in allen Variationen und Preisklassen. Heute gibt es sechs weitere Standorte innerhalb der San Francisco Bay Region.

Sahra versah den Posten als Weinmacherin in der Joseph Phelps Winery bis in das Jahr 2002. Danach wechselte sie für ein paar wenige Jahre zu der Quintessa Winery.

Die Familie wuchs und auch die Weinaktivitäten von Ehemann Joel vergrösserten sich zusehends. So beschloss Sahra, sich auf die Familie und die Joel Gott Weine zu konzentrieren und trat von ihrem Posten als Weinmacherin bei der Quintessa Winery zurück. Fortlaufend wurde expandiert und verschiedene geschäftliche Partnerschaften eingegangen. Ihr letztes Projekt war, eine halbwegs heruntergekommene Tankstelle in St. Helena zu einem generösen Imbissstand mit Take Away, mit dem sinnigen Namen «The Station» umzubauen.