Harlan Winery

Harlan ist weit mehr als nur ein Weingut. Es ist vielmehr das Resultat einer Vision, die
H. William (Bill) Harlan hatte.

Seine Idee und sein inniger Wunsch war es, eine Winery entstehen zu lassen nach dem Vorbild eines 1er Grand Cru Classé Weingutes aus dem Medoc. Dies in Bezug vor allem zur Weinqualität aber auch zum ganzen Drumherum.  Zu diesem Zweck suchte er lange nach geeignetem Land für sein sehr ehrgeiziges Projekt.


Schliesslich wurde er 1984 in den Hügeln im Westen von Oakville fündig und konnte als erstes einmal knappe 3 ha erwerben. Der Grundstein für sein Projekt war gelegt. Kurze Zeit später konnte er weiteres Land der Nachbarn käuflich erwerben. Heutzutage umfasst die Harlan Estate Winery 97 ha. Lediglich 17 ha sind davon mit Reben bepflanzt, der Rest ist Wildnis mit Bäumen, Gebüsch und Sträuchern.


David Abreu wurde mit dem Anlegen eines Weinberges beauftragt. Als erstes musste das Gebüsch gerodet werden, um Platz für die Reben zu schaffen.  Auf den frisch angelegten Terrassen, die sich elegant und sehr harmonisch rund um die Hügel anschmiegen, wurden 70 % Cabernet Sauvignon, 20 % Merlot, 8 % Cabernet Franc und 2 % Petit Verdot Reben angepflanzt.
Im Jahre 1887 konnten von Bob Levy, dem Weinmacher von Bill Harlan die ersten Versuchskelterungen vorgenommen werden. Man wollte herausfinden, welche Sorten wo im Rebberg die besten Resultate bringen würden. Verkauft wurden diese Weine nie. Rein zu Versuchszwecken wurden auch die Jahrgänge 1988 und 1989 gekeltert.


Aber auch dieses ambitionierte junge Weingut war nicht vor Rückschlägen gefeit. So wurde gegen Ende der 1980 Dekade auch hier die Reblaus im Weinberg aktiv. Die befallenen Rebstöcke wurden umgehend ausgerissen und durch Reblaus resistente Stöcke ersetzt.

Der erste kommerzielle Jahrgang war dann der 1990er, der aber erst 1996 auf den Markt kam. Seit der Gründung des Harlan Estate Weingutes waren bereits 12 Jahre vergangen. Bis zu dieser Zeit floss das Geld nur als Investment in eine Richtung. Das braucht finanziellen «Schnauf», den aber Bill glücklicherweise hatte.

Der Wein wurde auch von Robert Parker «entdeckt» und umgehen in den allerhöchsten Tönen gelobt. Die Nachfrage nach dem Harlan Wein stieg explosionsartig an.  Ebenso entwickelte sich im Laufe der Jahre auch der Preis. Die aktuellen Jahrgänge, die jetzt auf dem Mark erhältlich sind, bewegen sich so rund um die 1'400 Franken die Flasche.
Dies ist natürlich, nebst der ausserordentlichen Güte dieses Weines, auch der geringen Verfügbarkeit geschuldet. In einem durchschnittlichen Jahr werden lediglich um die 20'000 Flaschen gefüllt.


Seit dem Jahrgang 1995 wird auch ein Zweitwein Namens Maiden abgefüllt.


Die aktuellen Harlan Jahrgänge sind beinahe reinsortige Cabernet Sauvignons. Je nach Jahrgang werden noch wenig Prozente von Merlot, Cabernet Franc oder Petit Verdot mitverschnitten.
Die ganze Harlan Estate Winery wurde 1997 fertiggestellt. Der berühmte Architekt Howard Backen war für den Bau, der eigentlich einer grossen Scheune nachempfunden ist, verantwortlich. Eine entsprechend sehr schöne Scheune natürlich. Der Fermentations- sowie der Barrique Keller sind unterirdisch angebracht. Alleine diese Keller sind schon ein Superlativ. Auch was das Arsenal an besten Barriques und Gärbottichen betrifft - awesome!  


Als Weinmacher fungiert der bestens ausgewiesene Cory Emting und zu den Rebbergen schaut seit Jahrzehnten die auf diesem Gebiet hocherfahrene und umsichtige Mary Maher.

Der Harlan Wein besitzt ohne Wenn und Aber alle Elemente für eine spürbare und erfahrbare Grösse im Wein. Individualität, Kraft, verbunden mit Eleganz, ausserordentlicher Komplexität, bemerkenswertes Reifepotenzial und eine unfassbare Dichte ohne jede Schwerfälligkeit. Es ist ein ganz grosser Wein eines speziell schönen Weingutes. Steht man auf der Terrasse der Harlan Winery und schaut auf den Marthas Vineyard hinunter, erblickt im Süden ein paar Reben der Vine Hill Ranch, gegen Norden erspäht man das südliche Ende des To Kalon Rebberges. Einfach grossartig das Ganze!


Das Ziel eine Art 1er Grand Cru aus dem Medoc entstehen zu lassen, dieses Ziel hat Bill Harlan mehr als nur erreicht.