DANA ESTATES

ist eines der bestgehüteten Geheimnisse des Napa Valleys. Vergeblich sucht man nach Ausschilderung oder einem Hinweisschild am stets geschlossenen Eingangstor.  Ein koreanischer Weinhändler und Importeur von asiatischen Lebensmitteln hat sich mit »Dana Estates« seinen Traum des eigenen Weingutes verwirklicht. Das aber, anders als vielerorts in Napa Valley üblich, nicht als protziges Hollywood-Pseudo-Château oder neureiche Villa, sondern als zen-buddhistische Holz-Beton-Konstruktion bescheidener Dimension und faszinierend beruhigender Ausstrahlung. Selten hat uns die Architektur eines Weingutes so beeindruckt. Ein Tempel für den Wein! Ein magischer Ort der Sinnlichkeit und der Ruhe. Kein Wunder, dass die Weine, die hier entstehen, aussergewöhnlich sind und es wirkt nur logisch, dass der Betrieb biologisch-organisch zertifiziert ist.

 


Dana ist koreanisch und bedeutet soviel wie »Geist der Grosszügigkeit«. Die produzierten Mengen hier sind aber nicht grosszügig. Sie sind winzig, fast schon homöopathisch klein, wenige hundert Dreier-Kisten je Rebberg. Grosszügig allerdings sind die Weine, immens dimensionierte, breit angelegte, aber in den Gerbstoffen straff konzipierte, fast brutal konzentrierte Cabernets, wie sie nur das Napa Valley hervorbringt. Nicht fein, nicht elegant, nicht sinnlich, sondern roh und natürlich in der Ausstrahlung, unglaublich dicht, irrsinnig pur und dabei gewaltig konzentriert. Trotzdem ahnt man in jedem der drei Lagenweine eine ganz spezielle Eigenart.

Dana Estate ist die Magie der Grösse im Wein. Ein winziger Betrieb sehr überschaubarer Grösse, der Grösse im Wein erfahrbar macht.

Den Dana Cabernets ist ein avantgardistisch eigener Charakter eigen.

Ihre markante Gerbstoffstruktur, die reif und mundfüllend wirkt, nicht weichgespült und rundgeschliffen, sondern dicht, frisch und spürbar präsent, unterscheidet sie von den berühmten Parker-Punkte-Cabernets aus der Nachbarschaft grundlegend. Dana Estates Cabernets sind auf faszinierende Weise frisch und trinkfreudig und der Beweis, dass es auch anders geht als stromlinienförmig marktkonform. Selbstbewusst und visionär wird hier auf Dana Estates die Zukunft des Napa Valleys praktiziert. Burgundische Vielfalt der Lagen und Böden mit dem Erlebnis Bordelaiser Rebsorten. Grandiose Cabernets aus einem Weingut mit grosser Zukunft.

Die verfügbaren Mengen sind gering.

Vor allen die drei Einzellagen Cabernet Sauvignons machen international von sich reden. Da ist der Helms Vineyard, der eigentlich die Dana Winery in Rutherford umsäumt. Im Weiternen ist da der Hershey Vineyard auf dem Howell Mountain Plateau und dann als drittes noch der Lotus Vineyard in den Hügeln östlich von Calistoga.

Jeder dieser drei Einzellagen Cabernet Sauvignons haben auf dem Weingut einen eigenen Fermentations- sowie auch Barrique Keller. Etwas ausserordentliches und Einmaliges, wenn man zudem bedenkt, dass von jeden dieser Einzellagen Cabernet Sauvignons nur jeweils, je nach Jahrgang natürlich, lediglich zwischen 2500 bis 400 Flaschen produziert werden.
Aus ihrem Rebberg an der Cristal Spring Road keltert das Weingut ihren Dana Onda Wein. Ein weiteres Wein-Projekt unter der Ägide der Dana Estates Winery sind die Vaso Weine.  Diese eigentlich als Dana Wein Einsteigermodel gedachte Weinlinie erfreut sich mittlerweile einer grossen Fangemeinschaft.  

Geführt wird das Weingut von Jae Chun dem Schwiegersohn von Hi Sang Lee, dieser betreibt einen Lebensmittel-Grosshandel mit Import und Export in Südkorea. Bei einem Ski-Urlaub mit Freunden in Stow/Vermont habe einer seiner Geschäftspartner ein paar französische Weine ausgeschenkt. Dieses Erlebnis sei wegweisend für seinen Schwiegervater gewesen. Es sei wie im Paradies gewesen, meinte dieser später dazu. Er begann Weine zu kaufen, die er sehr mochte und lagerte diese vorerst bei einem Geschäftspartner in den USA ein.
Vor allem die kalifornischen Cabernet Sauvignons aus dem Napa Valley hatten es Hi Sung sehr angetan.


Zu dieser Zeit war Wein in Südkorea  noch völlig unbekannt. Man genoss dazumal in Südkorea vor allem den Soju, einen Reis Branntwein, der auch schon einmal mit Kartoffeln oder Gerste angesetzt wird und nach dem Destillieren auf 20 Vol.% herabgesetzt wird.
Um seine in den USA lagernden Weine überhaupt nach Südkorea einführen zu können, gründete er eine Weinimportfirma.


Auch waren zu dieser Zeit keine passenden Weingläser in Südkorea zu finden. So fing Hi Sang Lee auch an Glaswaren nach Südkorea zu importieren.


Ein paar Jahre später eröffnete der umtriebige Hi Sang das Podo Plaza, ein siebenstöckiges Gebäude, das ganz und gar dem Wein gewidmet ist. Nebst einem Weinkeller und einer grossen Vinothek findet man hier verschiedene Degustationsräume, Restaurant und Bar, daneben noch Schulungsräume und ein Multimedia Center rund um den Wein.


Hi Sang Lee kann durchaus und völlig zu Recht als der Mann bezeichnet werden, der die Weinkultur nach Südkorea brachte.


Nebst einem sehr eindrücklichen Portfolio von kalifornischen Weinen, die er importiert, habe aber irgendetwas immer gefehlt und so habe er begonnen, sich nach einem Weingut umzusehen. Im Jahre 2004 war es dann endlich soweit, die Livingston Moffett Winery konnte erworben werden. Die alte, beinahe Ruine des Gutshauses wurde in Zusammenarbeit mit dem Stararchitekten Howard Backen restauriert und, kaum sichtbar, umfassend erweitert. Um nicht immer und immer wieder nach Kalifornien zu reisen, um zum rechten zu schauen, hat Hi Sang Lee seinen Schwiegersohn Jae Chung, der in New York tätig war, angefragt, ob er ihm zur Seite stehen könne. Die beiden einigten sich vorerst einmal auf 6 Monate. Mittlerweile sind über 10 Jahre vergangen, in welchen sich die DANA ESTATES Winery zu einem der bestens gehüteten Geheimnisse des Napa Valleys entwickelt hat, deren Weine rund um den Erdball sehr gesucht sind.